Steine des Anstosses

5.Das Feldartilleriedenkmal von 1924 am Rande des Hardtwaldes. Quelle: Stadtarchiv / 8 PBS oXIVb 05; JB

Damals: Das Feldartilleriedenkmal von 1924 am Rande des Hardtwaldes. Quelle: Stadtarchiv / 8 PBS oXIVb 05

Denkmale aus Kriegszeiten und Straßennamen von Militärs gehören wohl weltweit zum Bild jeder etwas größeren Stadt – zumeist als Zeichen des Sieges oder der Trauer für diejenigen, die im Sinne nationalstaatlicher Ideologien für das ‚Vaterland‘ gefallen waren. Nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs und im Zuge der internationalen Befreiungsbewegungen konnte dies so nicht stehenbleiben; sobald die militaristische und nationalistische Brille abgelegt war, zeigten sich viele ‚Siege‘ vielmehr als Verbrechen, derer Opfer weit eher gedacht werden sollte als derjenigen, die sie durchgeführt oder angeordnet hatten.

Eine freiheitliche Demokratie muss daher anderer Taten, Namen und Momente gedenken, als dies eine Gesellschaft tut, in der Krieg und Kriegsbereitschaft zum Selbstverständnis gehören. Zur Debatte steht allerdings auch, ob nicht auch anders gedacht werden müsste – und ob also die künstlerischen und kulturpolitischen Modelle des zeitüberdauernden „Denkmals“ aus Stein oder Bronze nicht ebenso zur Debatte stehen. Die Diskussionsveranstaltung „Steine des Anstoßes“ wird diese Probleme anhand der Karlsruher Denkmalkultur aufgreifen, und Vertreter und Vertreterinnen künstlerischer, administrativer und wissenschaftlicher Fächer zu Wort kommen lassen.

24. Mai 2014
18:00 Präsentation zum Projekt Accounting Monument im Außenraum des Prinz-Max-Palais von Lukas Rehm
18:30 Gesprächsrunde mit Dr. Susanne Asche (Moderation), Prof. Michael Bielicky, Dr. Alexandra Kaiser, Dr. Clemens Kieser und Dr. Stephan Krass.
20:00 Filmvorführung: Feldgrau. Regie: Alina Schmuch, Kamera: Florian Haag (2014)

U-Max im Prinz-Max-Palais, Eintritt frei

 

Das Feldartilleriedenkmal heute. Photo: JB

Das Feldartilleriedenkmal heute. Photo: JB

Dr. Susanne Asche (Moderation) ist Literaturwissenschaftlerin und seit 2008 Leiterin des Kulturamts Karlsruhe. Zuvor arbeitete sie am Karlsruher Stadtarchiv, und leitete den Fachbereich Kultur in Offenburg. Sie ist Autorin und Herausgeberin zahlreicher Publikationen zur Geschichte von Stadt und Region.

Michael Bielicky ist Professor für Medienkunst und leitet an der HfG Karlsruhe das Institut für Postdigitale Narrativität. Mit seinen Studierenden veranstaltet er regelmäßig Projekte wie „Go Public“ im öffentlichen Raum.

Dr. Alexandra Kaiser ist Mitarbeiterin des Stadtarchivs Karlsruhe und seit 2013 Leiterin des Pfinzgaumuseums in der Karlsburg Durlach. Sie promovierte an der Universität Tübingen zu „Helden und Opfern“ – der Geschichte des deutschen Volkstrauertags.

Dr. Clemens Kieser ist seit 2005 beim Regierungspräsidium Karlsruhe für Dekmalpflege. Er studierte an den Universitäten Tübingen, Leeds und Hamburg, und promovierte an der TU Braunschweig.

Dr. Stephan Krass ist Redakteur beim SWR und Dozent für Literatur an der HfG Karlsruhe; er ist Autor mehrerer Essay- und Gedichtbände und literarischer Installationen, darunter – gemeinsam mit Studierenden der HfG – des Rezensionsautomaten CENSEO und des Literatur-Automaten KLAK.

Lukas Rehm, Alina Schmuch und Florian Haag studieren Medienkunst an der HfG Karlsruhe.

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