The many colors of the sky radiate forgetfulness

Filmstill aus „The many colors of the sky radiate forgetfulness“. Basim Magdy, 2014

Filmstill aus „The many colors of the sky radiate forgetfulness“. Basim Magdy, 2014

„The many colors of the sky radiate forgetfulness“ betrachtet die kollektive Erinnerung an ein fernes Unglück durch Monumente, Landschaften und deren wandelnde Geschicke. Gedreht in Karlsruhe, vermengt der Film kurze, absurde wie poetische Dialoge mit überlagerten Bildsequenzen, um so der Unmöglichkeit dessen zu entgegnen, dass die niemals aufgezeichneten Erinnerungen der Toten ans Licht gebracht werden können. Geschichte nähert sich der Fiktion an, und die Wirklichkeit ähnelt den Wegen, auf die wir sie uns vorstellen. Was geschah, wird zu dem, was wir denken, dass geschah; abgesehen von den Details, die unverändert bleiben. Der Film versucht mittels poetischer Bilder, mittels Fragmentierung eine Ode an die letzten Gedanken und Gesten derjenigen zu komponieren, die uns unangekündigt verließen. (BM)

Basim Magdy bei Dreharbeiten in Karlsruhe. Photo: Alina Schmuch

Basim Magdy bei Dreharbeiten in Karlsruhe. Photo: Alina Schmuch

Biographie

Basim Magdy (geb. 1977 in Assiut, Ägypten) begann nach einem Kunststudium an der Helwan-Universität in Kairo als Maler; heute umfasst sein Werk Installationen und vor allem Filme, die er zumeist auf analogem Material dreht und mit den unterschiedlichsten technischen oder auch chemischen Methoden weiterbearbeitet. Viele seiner Arbeiten drehen sich um Geschichte, oder vielmehr deren Flüchtigkeit und die oft unscharfen Deutungen, mit denen Menschen historische Ereignisse aufladen – dem entspricht auch der Rückgriff auf das alte, verfremdete, mehrfachbelichtete Filmmaterial, das manchmal wie ‚found footage‘ aus einer Zeit wirkt, die ebenso gut unsere Vergangenheit wie unsere Zukunft sein könnte. Marx‘ bekannten Spruch, dass sich Geschichte zuerst als Tragödie und in der Wiederholung als Farce ereignet, begegnen wir hier auf medialer Ebene wieder – es bleibt allerdings unklar, an welchem dieser Momente wir uns dabei befinden, denn aus Basim Magdys Filmbildern spricht sowohl ein Bewusstsein vom Tragischen an der schließlich vor allem durch Krieg und Ungerechtigkeiten geprägten Geschichte, wie auch das Absurde, hintergründig Komische daran; wobei das Absurde vielleicht gerade durch den Versuch der Menschen entsteht, ‚Geschichte‘ als etwas Eindeutiges, Sinnstiftendes festzuhalten.

Basim Magdys Arbeiten waren auf zahlreichen internationalen Ausstellungen zu sehen, zuletzt beispielsweise auf der Istanbul-Biennale 2013; 2014 wird er unter anderem auf den Biennalen in Seoul und Montréal Arbeiten zeigen. Er lebt in Basel und Kairo. (Jacob Birken)

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